Die Geschichte des T-Shirts

Jeder liebt sie und jeder hat mehrere von ihnen im Schrank – T-Shirts! Kaum ein anderes Kleidungsstück ist so vielseitig einsetzbar, so unkompliziert, so preiswert zu haben und so sehr Objekt der Begierde wie das T-Shirt. T-Shirts bringen Lässigkeit und Style in den Alltag. Im Business stehen sie für Dynamik und Modernität, im Club für die Lust am Tanzen, die Verweigerung, sich modischen Gesetzen zu unterwerfen und sind ein Bekenntnis zur Jugendkultur.

Es kursieren zahlreiche Theorien zur Herkunft des T-Shirts.

Vom alten Ägypten bis zur Neuzeit

Wann ist ein T-Shirt ein T-Shirt? Um zu erfahren, in welchem Zeitalter die Geschichte des T-Shirts beginnt, ist die Beantwortung dieser Frage zwingend notwendig. Es lässt sich der Oberkleidung zuordnen, hat einen halben Arm und einen V- oder Rundhalsausschnitt. Die meisten der heutigen T-Shirts bestehen aus reiner Baumwolle. Daneben haben Materialien wie Seide, Viskose und Exotisches wie Leder oder gar Latex ebenfalls ihre Berechtigung. Überlieferungen aus antiken Hochkulturen geben Hinweise darauf, dass schon vor mehr als 2000 Jahren Menschen Kleidungsstücke trugen, die dem heutigen T-Shirt in gewisser Weise ähnelten. Forscher fanden Papyruszeichnungen und Malereien auf Pyramiden, die den Schluss zulassen, dass die Geschichte des T-Shirts bis in die Zeit der Ägypter zurückreicht. Vom bunten Leibchen der Sklaven und Pharaonen bis zur Alltagsbekleidung moderner Menschen war es ein langer Weg. Für viele Jahrhunderte verschwand das T-Shirt unter der Oberbekleidung von Bauern, Fürsten und Geistlichen.
Im ausgehenden 19. Jahrhundert trugen englische Matrosen unter ihren Blusen weiße Wollunterhemden. Doch die Wollunterwäsche blieb bei den Matrosen unbeliebt: Sie juckte schrecklich und wer sich in den Kampf wagte, schwitzte enorm. So kam es, dass die Wollunterhemden nach dem Ersten Weltkrieg Modellen aus leichter Baumwolle weichen mussten. Auch beim Militär freuten sich die Soldaten über die Abschaffung der Wollunterhemden zugunsten leichterer Baumwollshirts.
Mit der Entwicklung der Strickmaschine in den Jahren 1860-64 schuf der englische Erfinder William Cotton die Voraussetzungen für die kostengünstige Massenproduktion von Baumwollhemdchen. Rundstrickmaschinen ermöglichten zuerst die automatische Strumpfproduktion und dann auch die Herstellung nahtloser Shirts. Schon bald löste die neue Unterwäsche die Einteiler, die Männer und Frauen jahrhundertelang tragen mussten, vollständig ab.
Zum T-Shirt (Tea-Shirt) wurde das Baumwollunterhemd aus einem besonderen Grund erhoben: Verschiedenen Erzählungen zufolge durften die Bediensteten des englischen Adels ärmellose Shirts tragen. Diese sollten die ständigen Teeflecken auf den Hemden der Butler verhindern. Ob diese Anekdoten stimmen oder nicht – im englischen Sprachgebrauch ist auch heute gelegentlich noch vom Tea-Shirt die Rede.

Kaugummis und Freiheit – wie der Zweite Weltkrieg dem T-Shirt zum endgültigen Durchbruch verhalf

Den endgültigen Durchbruch hatte das T-Shirt im Zweiten Weltkrieg. Amerikanische Soldaten brachten nicht nur Nylonstrümpfe und Kaugummis nach Europa, sondern auch Freiheit und T-Shirts! US-Soldaten zeigten, wozu das weiße Baumwollshirt so alles taugt: Sie benutzten es als Unterhemd, als weiße Fahne und Handtuch. Schon bald wollten nicht nur in den USA alle Männer ein solches Kleidungsstück haben.
Wer glaubt, mit der massenhaften Verbreitung des T-Shirts sei das Kleidungsstück straßentauglich geworden, irrt. Marlon Brando und James Dean, die großen Filmstars der 1950er Jahre, machten das weiße T-Shirt, Jeans und Lederjacken zu Symbolen einer unangepassten, rebellischen Jugendkultur. Erst in den siebziger Jahren, wurde das T-Shirt schulhof- und alltagstauglich.
In der Popkultur spielt das T-Shirt eine zentrale Rolle. Schon dank seiner charakteristischen T-Form mit den verhältnismäßig kurzen Ärmeln und viel Stoff in der Körpermitte bietet es eine riesige Projektionsfläche: Es gibt T-Shirts mit Bandlogos, Sprüchen, politischen Botschaften und Stickereien. Es gibt zerrissene T-Shirts, bauchfreie Shirts und transparente Modelle. Kurzum: Das T-Shirt bietet eine große Fläche zur Selbstdarstellung. Jugendliche und auch sonst alle, die etwas zu sagen haben, lieben T-Shirts!

Rebellen und Rebellion

Marlon Brando und James Dean schafften es, die Welt zum Kochen zu bringen. Mit schmachtenden Blicken und Oberkörper voller Muskeln gelang es den wilden Jungs nicht nur, die Frauenwelt zu verzücken, sondern auch das Establishment zu entsetzen. Zwei dahergelaufene Kerle mit unflätigem Benehmen sollten plötzlich zu sagen haben, was in ist? Noch heute ist das Konterfei von James Dean ein beliebtes T-Shirt-Motiv. Der Held von einst steht sinnbildlich für Rebellion und Jugendkultur. Sein berühmter Filmkollege Brando und er haben den Zeitgeist und die Mode revolutioniert. Bei den Angehörigen der verschiedensten Jugendkulturen, von den Mods über Punks bis hin zu den Rappern gehören T-Shirts zu den szenetypischen Outfits.
Nachdem sich zwar an der Farbe und der Bedeutung der T-Shirts im Wandel der Jahrzehnte einiges änderte, blieb die charakteristische Form des Kleidungsstückes eher gleich. In den achtziger Jahren wurden weite T-Shirts plötzlich in. 
Mit den Girlie-Shirts der neunziger Jahre war es mit dem Versteckspiel allerdings wieder vorbei. Der Trend schwenkte um auf hautenge, taillierte T-Shirts, in denen sich Muskeln und Tattoos wieder gut abzeichneten.

Das T-Shirt heute

Wer ein politisches Statement abgeben möchte, platziert dieses am besten deutlich sichtbar auf seinem T-Shirt. Atomkraftgegner, Tierschützer und selbst Anhänger der etablierten Parteien machen sich das rebellische Image des T-Shirts zunutze.
In Zeiten von Streamingdiensten und Musik-/Videobörsen verdienen Bands kaum noch Geld mit dem Verkauf von Tonträgern. Neben Konzerttickets sind Merchandisingartikel wie Bandshirts zu einer wichtigen Einkommensquelle geworden. Neben allen wirtschaftlichen Überlegungen sind T-Shirts mit Bandlogo und Künstlerfotos wichtig für das Zusammengehörigkeitsgefühl der Fans. Das Bandshirt öffnet die Türen der angesagten Clubs und dient als Eintrittskarte in eine ganze Welt der Jugendkultur!
Wie es mit dem T-Shirt weitergeht, ist offen. Klar ist, dass das T-Shirt heute längst als gesellschaftlich akzeptierter Allrounder gilt und für jeden Anlass geeignet scheint. Fair-Trade-Shirts gewinnen weiter an Bedeutung, die gerecht bezahlte Arbeiterinnen und Arbeiter unter würdigen Bedingungen nähen. Möglicherweise bleibt das T-Shirt ein modischer Hit, den Designer in jeder Saison neu erfinden. Daran, dass das T-Shirt in irgendeiner Form und Kombination aktuell bleibt, kann es indes keinen Zweifel geben!
(Quelle: https://www.printplanet.de/wissenswertes/textilien/t-shirts/geschichte-des-t-shirts.html)